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Ratgeber Powerstation

Powerstation-Größe berechnen: Die einfache Formel

Wie viel Wattstunden braucht Ihre Powerstation wirklich? Wer die Powerstation-Größe berechnen will, kommt mit einer einfachen Formel, einer Tabelle zum Selbstausfüllen und zwei durchgerechneten Beispielen schnell zum passenden Wert.

Ratgeber · Notstrom · 7 Min. Lesezeit · Stand: 25. September 2026 · Vorino-Redaktion
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Powerstation auf einem Holztisch im Garten in Bayern
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Kurz und ehrlich: Wie berechne ich die Powerstation-Größe?

Multiplizieren Sie die Leistung jedes Geräts in Watt mit der geplanten Nutzungsdauer in Stunden, das ergibt Wattstunden. Addieren Sie alle Geräte und teilen Sie die Summe durch etwa 0,85, um Verluste beim Umwandeln einzurechnen. Das Ergebnis ist die Kapazität, die Ihre Powerstation mindestens haben sollte. Die Ausgangsleistung in Watt muss zusätzlich über der Summe der gleichzeitig laufenden Geräte liegen, sonst nützt die schönste Wattstunden-Zahl wenig.

Zwei Zahlen, auf die es wirklich ankommt

Wer schon mal vor einer Powerstation-Auswahl stand, kennt die Verwirrung. Wh, W, Peak-Watt, alles klingt nach demselben, ist es aber nicht. Am Ende zählen nur zwei Zahlen. Die Kapazität in Wattstunden (Wh) sagt, wie viel Energie insgesamt gespeichert ist, vergleichbar mit einem Tank. Die Leistung in Watt (W) sagt, wie viel davon in einem Moment gleichzeitig fließen kann, vergleichbar mit dem Hahn, durch den der Tank ausläuft.

Beide Zahlen brauchen Sie getrennt, wenn Sie die Powerstation-Kapazität berechnen wollen. Eine Powerstation mit viel Kapazität, aber wenig Leistung, kann trotzdem an einem einzelnen Gerät mit hohem Bedarf scheitern, etwa wenn ein Kühlschrank kurz anläuft. Umgekehrt nützt eine hohe Ausgangsleistung wenig, wenn der Akku schon nach zwei Stunden leer ist. Für die richtige Wahl brauchen Sie also beide Werte, passend zu Ihrem eigenen Bedarf.

Die Formel in drei Schritten

Im Klartext lässt sich die nötige Kapazität in drei Schritten ermitteln, ganz ohne fertigen Powerstation-Rechner. Schritt eins: Notieren Sie für jedes Gerät die Leistung in Watt und die Stunden, die es täglich laufen soll. Schritt zwei: Multiplizieren Sie beide Werte je Gerät und addieren Sie alle Ergebnisse, das ergibt die reine Wattstunden-Summe. Schritt drei: Teilen Sie die Summe durch etwa 0,85, denn am 230-Volt-Ausgang geht als Faustregel rund 15 bis 20 Prozent der Energie bei der Umwandlung verloren, nutzbar sind damit etwa 75 bis 90 Prozent.

  • Leistung (W) × Nutzungsdauer (h) = Wattstunden (Wh)
  • Alle Geräte addieren = Gesamtbedarf pro Tag
  • Gesamtbedarf ÷ 0,85 = empfohlene Mindestkapazität

Rechentabelle zum Selbstausfüllen, die genauen Werte finden Sie auf dem Typenschild Ihrer Geräte:

Gerät Leistung (W) Nutzungsdauer (h) Wattstunden (Wh)
_______________ _____ _____ _____
_______________ _____ _____ _____
_______________ _____ _____ _____
_______________ _____ _____ _____
Summe _____ Wh
Summe ÷ 0,85 _____ Wh (Mindestkapazität)

Wo Sie die Watt-Zahl Ihrer Geräte finden

Die genaueste Quelle ist das Typenschild am Gerät selbst, meist auf der Rückseite oder Unterseite, dort steht die Leistungsaufnahme in Watt. Fehlt eine Watt-Angabe oder läuft das Gerät nicht durchgehend, hilft das Energielabel: Dort steht der Jahresverbrauch in kWh, geteilt durch 365 ergibt den ungefähren Tagesverbrauch. Für Geräte mit Kompressor, etwa einen Kühlschrank, ist dieser Weg oft genauer als eine reine Watt-Angabe.

Wer es noch genauer wissen will, misst mit einem Strommessgerät oder einer Messsteckdose nach. Smarte Steckdosen mit Strommessung zeigen den tatsächlichen Verbrauch direkt in einer App an, das lohnt sich besonders bei Geräten mit schwankendem Verbrauch. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zu smarten Steckdosen mit Strommessung.

Beispiel Notstrom: Kühlschrank, Router, Licht, Handy

Angenommen, Sie wollen bei einem Stromausfall 24 Stunden lang eine Powerstation für den Kühlschrank, den WLAN-Router, zwei LED-Lampen und zwei Handyladungen nutzen, den genauen Wert jedes Geräts finden Sie am besten auf dem eigenen Typenschild. Für den Kühlschrank nehmen wir einen Jahresverbrauch von 150 kWh vom Energielabel an [Annahme, eigenen Wert prüfen], geteilt durch 365 Tage ergibt das rund 410 Wh pro Tag.

Dazu kommen der WLAN-Router mit angenommenen 10 Watt über 24 Stunden, das sind 240 Wh, zwei LED-Lampen mit je 8 Watt über 5 Stunden, macht zusammen 80 Wh, und zwei Handyladungen mit angenommen je 15 Wh, zusammen 30 Wh [Annahmen, eigene Werte prüfen]. In der Praxis bedeutet das: 410 plus 240 plus 80 plus 30 ergibt 760 Wh reinen Bedarf pro Tag.

Geteilt durch 0,85 für den Verlustpuffer kommen Sie auf rund 894 Wh. Erfahrungsgemäß rundet man in der Praxis auf die nächste verfügbare Größenklasse auf, hier also auf eine Powerstation um 1.000 Wh. Die Ausgangsleistung sollte dabei über der Anlaufleistung des Kühlschranks liegen, den genauen Wert dafür nennt der Hersteller Ihrer Powerstation als Spitzenleistung oder Peak.

Beispiel Camping und Garten

Im Garten oder beim Camping fällt der Bedarf meist kleiner aus. Angenommen, Sie wollen abends einen Laptop mit angenommenen 50 Watt für 3 Stunden nutzen, eine LED-Lampe mit 8 Watt für 4 Stunden brennen lassen und zweimal das Handy laden [Annahmen, eigene Werte prüfen].

Das ergibt 150 Wh für den Laptop, 32 Wh für die Lampe und 30 Wh für die beiden Handyladungen, zusammen 212 Wh. Mit dem Verlustpuffer von 0,85 landen Sie bei rund 249 Wh. Was viele übersehen: Für ein einzelnes Wochenende reicht damit oft schon eine kleine Powerstation der Klasse bis 500 Wh, ein größeres Modell lohnt sich erst, wenn mehr Geräte oder mehrere Tage dazukommen.

Häufige Fehler bei der Powerstation-Größe

Der erste Fehler: nur die Kapazität in Wh vergleichen und die Ausgangsleistung in W ignorieren. Reicht die Leistung nicht aus, schaltet die Powerstation ab, egal wie voll der Akku noch ist. Ein zweiter, oft unterschätzter Fehler: den Anlaufstrom von Geräten mit Motor oder Kompressor übersehen, etwa beim Kühlschrank. Er zieht beim Start kurz deutlich mehr als im laufenden Betrieb, dafür braucht die Powerstation ausreichend Spitzenleistung, in der Herstellerangabe oft als „Peak“ bezeichnet.

Fehler Nummer drei: den Verlustpuffer vergessen und nur die reine Gerätesumme als Zielgröße nehmen. Dann ist die Powerstation im Alltag knapper bemessen, als die Rechnung auf dem Papier vermuten lässt. Die ehrliche Antwort: Etwas Reserve einzuplanen kostet nur wenig zusätzliche Kapazität, spart im Ernstfall aber Ärger.

Größenklassen auf einen Blick

Wenn Ihnen das Rechnen zu aufwendig ist, hilft eine grobe Orientierung nach Einsatzzweck. Die folgenden Klassen für Powerstation-Wattstunden basieren auf typischen Einsatzszenarien aus Fachquellen. Wer zusätzlich mit Solarmodulen und einem Balkonkraftwerk laden will, findet Details in unserem Beitrag zur Powerstation als Balkonkraftwerk-Speicher.

  • Bis etwa 500 Wh: Handy, Laptop, Licht fürs Wochenende
  • Etwa 500 bis 1.500 Wh: Grundversorgung mit Kühlschrank, Router, Licht für etwa einen Tag
  • Ab etwa 2.000 Wh: längere Notstromversorgung oder mehrere Geräte über einen Tag hinaus

FAQ

Wie viel Wh braucht eine Powerstation für einen Kühlschrank?

Das hängt vom Jahresverbrauch Ihres Kühlschranks ab, den Sie auf dem Energielabel finden. Bei einem angenommenen Jahresverbrauch von 150 kWh sind es rund 410 Wh pro Tag, den genauen Wert sollten Sie am eigenen Gerät prüfen.

Was ist der Unterschied zwischen Wh und W bei einer Powerstation?

Wattstunden (Wh) zeigen die gespeicherte Energiemenge, vergleichbar mit einem Tank. Watt (W) zeigt die Leistung, die im Moment fließen kann, vergleichbar mit dem Hahn. Für die richtige Powerstation-Größe brauchen Sie beide Werte.

Wie finde ich die Watt-Zahl eines Geräts ohne Typenschild?

Nutzen Sie das Energielabel, dort steht der Jahresverbrauch in kWh, geteilt durch 365 ergibt den Tagesverbrauch. Genauer geht es mit einem Strommessgerät oder einer smarten Steckdose mit Strommessung.

Reicht eine 1.000-Wh-Powerstation für einen Stromausfall?

Für Kühlschrank, Router, etwas Licht und Handyladungen über 24 Stunden kann das reichen, wie das Rechenbeispiel in diesem Beitrag zeigt. Bei mehr Geräten oder längerer Dauer brauchen Sie mehr Kapazität, rechnen Sie am besten mit Ihren eigenen Werten nach.

Warum sollte ich einen Verlustpuffer einrechnen?

Am 230-Volt-Ausgang geht als Faustregel rund 15 bis 20 Prozent der Energie bei der Umwandlung verloren. Rechnen Sie die reine Gerätesumme deshalb durch etwa 0,85 oder schlagen Sie rund 20 Prozent auf, sonst ist die Powerstation im Alltag knapper bemessen, als die Rechnung vermuten lässt.

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